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Erfolgreiches Bildungsprogramm „Kultur macht stark“ jetzt fortführen – Verzögerungen gefährden Bildungschancen für Kinder und Jugendliche

© BKJ

Der Entwurf zum Bundeshaushalt 2027 lässt zentrale Fragen zur Zukunft des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ offen. Dabei erreicht das bundesweit einzigartige Programm gerade jene Kinder und Jugendlichen, deren Bildungs- und Teilhabechancen besonders gefährdet sind. Jetzt braucht es eine verbindliche Zusage für eine bedarfsgerechte Finanzierung und die Fortführung des Programms. Jede Verzögerung oder Schwächung sendet ein falsches Signal für Bildungsgerechtigkeit in Deutschland.

Damit „Kultur macht stark“ ab 2028 ohne Unterbrechung fortgeführt werden kann und Kinder und Jugendliche weiterhin Zugang zu den Bildungsangeboten erhalten, muss der Bundeshaushalt 2027 die erforderlichen finanziellen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen schaffen. Die 27 Programmpartner fordern deshalb eine Finanzierung von mindestens 50 Millionen Euro jährlich sowie eine verbindliche Fortführung des Programms für mindestens weitere fünf Jahre, abgesichert durch entsprechende Verpflichtungsermächtigungen ab 2028. Damit würde die Bundesregierung zugleich die Zusage aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD einlösen.

Vor dem Hintergrund der anstehenden Haushaltsberatungen tauschten sich die Programmpartner, darunter die Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ), mit Abgeordneten des Deutschen Bundestages über die Zukunft des Programms und die notwendigen Voraussetzungen für seine Fortführung aus. Dabei wurde deutlich, dass die Forderungen nach Planungssicherheit und einer verlässlichen Fortführung des Programms über Fraktionsgrenzen hinweg auf große Offenheit stoßen.

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„Bildungsgerechtigkeit steht für mich an erster Stelle, wenn es darum geht, Politik für unsere Gesellschaft zu machen. Wir brauchen bildungspolitische Konzepte, die am Wohl aller Kinder und Jugendlichen orientiert sind, und die nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Bildungsangebote außerhalb von Kita und Schule tragen in großem Maße dazu bei, soziale Herkunft und Bildungserfolg zu entkoppeln. Kulturelle Bildung und die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur bedeuten sowohl das Erleben von Selbstwirksamkeit und persönlichem Wachstum als auch gesellschaftliche Teilhabe. ‚Kultur macht stark‘ ? Das trifft es auf den Punkt. Dieses Bildungsprogramm ist, auch vor dem Hintergrund unserer gesellschaftlichen Herausforderungen, wichtiger denn je.“
Saskia Esken, MdB, Vorsitzende im Ausschuss für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
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Bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut
Gerade angesichts der im kürzlich veröffentlichten Bildungsbericht benannten Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung, im Ganztag und in der Medienbildung ist „Kultur macht stark“ ein bewährtes Instrument gegen Bildungsarmut, soziale Spaltung und ungleiche Bildungschancen. Allein in den ersten beiden Jahren der laufenden Förderphase wurden mehr als 250.000 Kinder und Jugendliche erreicht. Über 90 Prozent der Teilnehmenden berichten von gestärktem Selbstvertrauen und größerer Selbstwirksamkeit. Mehr als 90 Prozent der Bündnisakteure sehen einen Mehrwert in der Zusammenarbeit der lokalen Bündnisse, die Kinder und Jugendliche besser erreichen, kommunale Bildungslandschaften stärken und auch über die Förderung hinaus tragfähige Netzwerke schaffen. Gerade diese gewachsenen Strukturen machen die besondere Wirksamkeit des Programms aus. Um sie zu erhalten und Kindern und Jugendlichen auch künftig verlässliche Bildungsangebote zu ermöglichen, braucht „Kultur macht stark“ jetzt Planungssicherheit durch eine verbindliche Förderzusage ab 2028.

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„Seit 2013 erlebt der Bundesverband Jugend und Film (BJF) mit unserem Programm „Movies in Motion – mit Film bewegen“, wie hoch der Bedarf an Projekten filmkultureller Bildung ist. Durch „Kultur macht stark.“ist es möglich, Angebote dort zu machen wo sie am dringendsten gebraucht werden. Und wir können mit weiterentwickelten Konzepten den Herausforderungen der Kinder und Jugendlichen begegnen.“
Günther Kinstler, Vorsitzender des Vorstands, Bundesverband Jugend und Film e.V.
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Bildungschancen dürfen keine Förderlücken haben
Eine Verzögerung oder Schwächung der nächsten Förderphase würde den bildungspolitischen Erfordernissen in zentralen Zukunftsfeldern entgegenlaufen. Sie würde die Reichweite und Wirkung des Programms verringern, gewachsene lokale Strukturen schwächen und dazu führen, dass deutlich weniger Kinder und Jugendliche in Risikolagen erreicht werden. Zugleich droht ein Förderknick: Erhalten die Programmpartner nicht rechtzeitig Planungssicherheit, müssten zahlreiche lokale Bündnisse ihre Arbeit für bis zu ein Jahr unterbrechen. Qualifizierte Fachkräfte gingen verloren, gewachsene Netzwerke würden auseinanderbrechen und wertvolle Erfahrungen nicht in die nächste Förderphase überführt werden. Das wäre ein erheblicher Rückschritt für Bildungsgerechtigkeit und kulturelle Teilhabe in Deutschland.

Damit die vierte Förderphase nahtlos beginnen kann, müssen die notwendigen Voraussetzungen jetzt geschaffen werden. Dazu gehört, die neue Förderrichtlinie noch 2026 vorzulegen und die Bewilligungen spätestens im Sommer 2027 zu erteilen. Die neue Förderrichtlinie sollte dabei die bewährten Strukturen des Programms erhalten – die lokalen Bündnisse für Bildung, die Vielfalt der Programmpartner als Spiegel der außerschulischen kulturellen Bildung sowie die Verfahren der Mittelweiterleitung, Qualitätssicherung und fachlichen Begleitung. Nur so können die hohe Qualität des Programms gesichert, gewachsene Strukturen erhalten und die Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig gestärkt werden.

Planungssicherheit ist die Voraussetzung dafür, dass bewährte Strukturen erhalten bleiben und Kinder und Jugendliche auch über 2028 hinaus verlässlich von kultureller Bildung profitieren können.

Über „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“
Seit 2013 wurden im Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ des Bundesbildungsministeriums bundesweit über 1,6 Millionen Teilnehmende mit rund 55.000 Projekten erreicht. Ermöglicht wurde dies durch insgesamt über 21.000 Bündnisse für Bildung, die aus je mindestens drei Bündnispartnern bestehen. So waren an der Umsetzung des Programms bisher 100.000 zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt, die in 99 Prozent der Landkreise und kreisfreien Städten Projekte für Kinder und Jugendliche, insbesondere in Risikolagen, umgesetzt haben. Gerade die Zusammenarbeit verschiedenster Akteure bewirkte, dass nahezu die Hälfte der Projekte in den ländlichen Regionen Deutschlands umgesetzt wurden und damit ein erheblicher Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen geleistet werden konnte.

Die Programmpartner in „Kultur macht stark“
27 Programmpartner erreichen als Förderer und Initiativen die lokale Ebene vor Ort, sie machen die Breite der kulturellen Bildungsprojekte möglich, beraten und qualifizieren die Bündnisse und setzen sich für die Weiterentwicklung des Bundesprogramms ein.

Der Bundesverband Jugend und Film e.V. ist seit Beginn 2013 mit dem Programm „Movies in Motion – mit Film bewegen“ Teil von „Kultur macht stark“. Zwei inhaltliche Schwerpunkte, die auch kombiniert werden können, sind möglich: „Filme sehen und zeigen“ – Die Kinder und Jugendliche sichten Filme, beschäftigen sich mit den Themen und der filmischen Umsetzung, entscheiden gemeinsam, welche Filme gezeigt werden sollen und organisieren eine Filmveranstaltung oder Filmreihe, und „Filme drehen und zeigen“, bei dem die Teilnehmenden gemeinsam eigene Werke produzieren und die Präsentation(en) organisieren. Der Fokus liegt in allen Projekten auf Partizipation.

„Kultur macht stark“ bedroht: 3.000 Postkarten für die Bildungsministerin

Kinder und Jugendliche aus ganz Deutschland haben liebevoll gestaltete über 3.000 Postkarten gemalt, um sich für den Erhalt des Förderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ einzusetzen.

Am Sonntag (21.06.26) wurden die Postkarten in Berlin an Bildungs- und Familienministerin @karinpriende übergeben – von zahlreichen Kindern und Jugendlichen gemeinsam mit Vertreter*innen der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Zirkuspädagogik e.V. und „Zirkus macht stark / Zirkus für alle e.V.“. Sechs Kinder- und Jugendzirkusse entwickelten dafür eine beeindruckende Inszenierung mit Stelzen, Einrädern und Kostümen: Die Postkarten wurden an Schnüren zu einem neun Meter großen Zelt verbunden.

Im persönlichen Gespräch berichteten die Jugendlichen, welche Erfahrungen, Begegnungen und Entwicklungsmöglichkeiten ihnen Projekte von „Kultur macht stark“ eröffnet haben. Das BMBFSFJ fördert mit „Kultur macht stark“ bundesweit kulturelle Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche in Risikolagen – allerdings bislang nur bis 2027. Ob das Programm danach weitergeführt wird, ist derzeit offen.
Dabei ist klar: Ohne „Kultur macht stark“ würden bundesweit tausende Projekte wegfallen – und damit wichtige Zugänge zu Kunst, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe.

Der BJF und alle weiteren beteiligten Verbände fordern: „Kultur macht stark“ muss bleiben. Schon Kürzungen wären fatal. Die Entscheidung fällt noch in diesem Sommer.

Impressionen von der Aktion auf dem BJF-Social Media Kanal

📸Jannik Laue

Drei MiM-Projekte bei der Berlinale 2026!

Jugendliche aus Oldenburg, Dannenberg (Niedersachsen) und Potsdam konnten im Februar bei den Filmfestspielen in Berlin zahlreiche Filme sichten, Festivalkinos kennenlernen und sich intensiv über das Geschehen austauschen.

Das sagen die jungen Menschen zu diesem Erlebnis:

„Das war mein erstes Mal in einem Kino“
„Die Berlinale ist so ein großes Festival – und wir waren dabei!“
„Total cool beim red carpet. Und den Kurzfilm „Whale 52″ zwei Mal zu sehen hat mir mehr Verständnis für den Film gegeben.“
„Toll, dass sich unsere Gruppe nochmal so besser kennenlernen konnte.“
„Wir haben 7 Filme gesehen, 4 davon sind meine Favoriten“

Zentraler Bestandteil der Projekte „Toleranz im Bild“, „“Filme abseits des Mainstreams – Jugendliche fahren zur Berlinale“ und „Film ab! Jugend macht Kino“ war die Fahrt zur Berlinale. Davor und danach haben die Gruppen jeweils Einführungen rund um Filme für Kinder und Jugendliche und Filmfestivals erhalten sowie sich intensiv mit den Filmen, den Erfahrungen und Gefühlen auseinandergesetzt.

Die Projekte werden gefördert über das Programm „Movies in Motion“ des BJF mit Mitteln aus Kultur macht stark – Bündnisse für Bildung.

Impressionen auf dem BJF-Instagram Channel

„Movies in Motion“-Projektfilm gewinnt Deutschen Kinder- und Jugendpreis!

© Nachbarschaftsheim Neukölln e.V.

Das Projekt „Coole Kids Rap – Mach Mit: Umweltsong und DIY-Tutorials für den Umweltschutz“ aus Berlin-Neukölln hat den Deutschen Kinder- und Jugendpreis des Deutschen Kinderhilfswerkes in der Kategorie „Kinder- und Jugendkultur“ gewonnen und kann sich über ein Preisgeld in Höhe von 6.000 Euro freuen.

Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis werden Projekte gewürdigt, bei denen Kinder und Jugendliche beispielhaft an der Gestaltung ihrer Lebenswelt mitwirken. In dem von „Movies in Motion“ geförderten Projekt entwickelten die Kinder und Jugendlichen Tutorials, in denen sie erklären, wie man sich niedrigschwellig für den Naturschutz einsetzen kann.

Der Film entstand in dem Projekt von HaBer e.V., Nachbarschaftsheim Neukölln e.V. & tandemBTL gGmbH.

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